Behandlungsgemeinsamkeiten bei PPS und neurologischen Erkrankungen in der Orthopädietechnik

Dr. Axel Ruetz sieht gute Gründe, warum Poliopatienten auch weiterhin auf die orthopädische Beinschiene und andere Errungenschaften der Orthopädietechnik setzen sollten.

Wurde erst kürzlich als Experte in den medizinischen Beirat der Deutschen Gesellschaft für Muskelkrankheiten e. V. berufen: Dr. med. Axel Ruetz (Foto: Katholisches Klinikum Koblenz-Montabaur)

Wurde erst kürzlich als Experte in den medizinischen Beirat der Deutschen Gesellschaft für Muskelkrankheiten e. V. berufen: Dr. med. Axel Ruetz (Foto: Katholisches Klinikum Koblenz-Montabaur)

Für Poliopatienten gibt es nur wenige Behandlungoptionen, die stärker polarisieren, als die Verwendung von Orthesen und anderer orthopädischer Hilfsmittel.

Ausgeprägte Meinungsverschiedenheit

Während die eine Fraktion die ungeliebte Orthese oder das lästige Stützkorsett am liebsten mit viel Pathos in hoher See versenken würde, schwört die andere Polio-Fraktion auf die individuell angepasste orthopädische Bein- oder Armschiene. Oder sie empfinden das Stützkorsett als unbedingt notwendig, um die fragile Muskulatur möglichst optimal zu unterstützen.

Die Gründe für die derart stark ausgeprägte Meinungsverschiedenheit sind vielschichtig. Zusammen gefasst läßt es sich es sich aber wohl am ehesten so ausdrücken: Es ist kompliziert!

Ständige technische Weiterentwicklung notwendig

Für den Leiter der konservativen Orthopädie im Kath. Klinikum St. Josef ist die Orthopädietechnik aber nicht nur ein adäquates Mittel der Wahl bei der Behandlung von Poliopatienten. Vielmehr hält der Leiter der Koblenzer Poliostation Orthese und Co. für geradezu unverzichtbar und folgerichtig deren ständige technische Weiterentwicklung für dringend notwendig.

Daran lässt Ruetz auch in seinem Vortrag auf dem abgelaufenen Poliotag in Koblenz keinen Zweifel.

Und wer keine Gelegenheit hatte, auf dem im letzten September stattgefunden rheinland-pfälzischen Gesundheitsevent für Polionauten persönlich vor Ort zu sein, kann sich den Vortrag des auf die Poliospätfolgen spezialisierten Orthopäden hier noch einmal in aller Ruhe und in voller Länge anschauen.

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Ein Kommentar

  1. Wolfgang Max Kuntze sagt am 08.02.2019 um 19:32:

    Bitte nicht vergessen!
    Die Folgeschäden einer Polio beschränken sich nicht nur auf
    das was man als Post-Polio-Syndrom versteht sondern,
    es gibt tatsächlich auch noch die progressive Muskelatrophie(PPMA)
    Im Jahre 1981 veröffentlichte Dr. Marinos Dalakas erstmals eine Studie im New England Journal of Medicine über (PPMA)

    Ich als betroffener der (PPMA) erlebte den Beginn der progressiven Muskelatrophie an meinem rechten Arm ab 1971
    und über die vergangenen Jahrzehnte, ist schon der Zustand der Plegie erreicht und das läßt erkennen das die PPMA
    tatsächlich mit ca. 1% pro Jahr fortschreitet, so wie es in der Studie von 1981 beschrieben wurde.

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