Erika Höfs gestorben

Der Poliotag in Koblenz wird nie mehr derselbe sein. Ihm wird die ganz persönliche Handschrift einer legendären Mitstreiterin fehlen.

20 Jahre lang der gute Geist der Koblenzer Polioszene: Erika Höfs ist tot.

20 Jahre lang der gute Geist der Koblenzer Polioszene: Erika Höfs ist tot.

Wie die Redaktion erst vor einigen Tagen mit großer Bestürzung erfahren musste, ist Erika Höfs nach schwerer Krankheit bereits am 08. Juni diesen Jahres gestorben. Das langjährige Vorstandsmitglied des Landesverbandes Rheinland-Pfalz im Bundesverband Polio e. V. wurde 70 Jahre alt.

Sozial bis in den Tod

Typisch Erika: Noch eine Woche vor Ihrem Tod soll sie, so der Bundesverband Polio e. V. in einem kurzen Nachruf, eine Gruppe interessierter Betroffener über die Poliostation im Brüderkrankenhaus Koblenz geführt haben, um ihnen die einzige Poliostation in Deutschland schmackhaft zu machen. Schließlich war die einzige Krankenhausstation für Poliobetroffene in Deutschland ein bisschen auch ihre Station.

Die Arbeit für und mit Poliobetroffenen war Ihr Leben. Und das begann 1998 damit, dass die stets bescheiden und im Hintergrund agierende Ehrenamtlerin für den BV Polio e. V. zu arbeiten begann. Erst auf örtlicher Ebene in Koblenz, später auch im Vorstand des Landesverbandes Rheinland-Pfalz des BV Polio e. V.

Poliotag mit ganz persönlicher Handschrift

Der bei Poliobetroffenen hoch angesehene und als einziger stets bis nahezu auf den letzten Platz besetzte Poliotag Rheinland-Pfalz trug immer ihre ganz persönliche Handschrift. Akribisch und bis ins kleinste Detail kümmerte sich Erika jahrelang um die Organisation der Veranstaltung. Und jeden einzelnen dieser vielen von ihr organisierten Poliotage konnte sie zum Erfolg zu führen.

Die verstorbene Erika Höfs war vielseitig sozial engagiert. Auch beim DRK hat sie positive Spuren hinterlassen.

Auch bei der Werbung für den beliebten Polioevent überließ sie nichts dem Zufall. Davon kann auch die Redaktion des Polio-Forums ein Liedchen singen. Der Administrator der beliebten Online-Plattform für Poliobetroffene erinnert sich jedenfalls gerne und oft daran, dass Erika immer spätestens ein paar Wochen vor Beginn der Veranstaltung Kontakt aufnahm, damit das Online-Portal für Kinderlähmungsopfer in wenigstens einem Artikel für die Veranstaltung die Werbetrommel rühren sollte.

„Ich kenne Erika von einer Reha-Kur, die wir 2004 gemeinsam in der Hufeland-Klinik in Bad Ems verbracht haben“, so Lothar Epe. Schon seit 2005 habe Erika immer genau einmal im Jahr bei ihm angerufen. Und jedesmal bat sie persönlich darum, bei den Lesern für den Poliotag die Werbetrommel zu rühren. so der ehemalige und langjährige Vorsitzende der in Aachen beheimateten Eika e. V. weiter.

Lothar Epe: „Erika ist mir in all den Jahren sehr ans Herz gewachsen. Und ich bin sicher, dass auch viele Betroffenen sie schmerzlich vermissen werden.“

Gepostet in: Aus den Regionen, Historisches, Poliobiografien, Poliomyelitis (Kinderlähmung), Polionauten in der Presse, PPS, Presse rund um Polio und Post Polio-Syndrom, Veranstaltungstermine | Verschlagwortet mit: , , , , , ,

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.