Manualtherapeutische Maßnahmen zur Durchblutungsförderung der unteren Extremität bei Poliospätfolgen

1954 gab es in Österreich 835 Fälle von akuter Poliomyelitis. 103 Fälle davon endeten tödlich.

Wie man als Physio Poliobetroffenen in den unteren Extremitäten Erleichterung verschaffen kann, weiß Alfred Ellinger (Bild: Wikipedia)

Wie man als Physio Poliobetroffenen in den unteren Extremitäten Erleichterung verschaffen kann, weiß Alfred Ellinger (Bild: Wikipedia)

Die Motive von Alfred Ellinger, die Fallstudie „Manualtherapeutische Massnahmen zur Durchblutungsförderung der unteren Extremitäten bei Poliospätfolgen“ anzufertigen, liegen auf der Hand: Der Österreicher brauchte ein Thema für seine Diplomarbeit. Die stärkste Motivation des Physiotherapeuten aber war seine Mutter, die an den Spätfolgen einer durchgemachten Polio litt. Mit der Diplomarbeit würdigt der Österreicher auch die Lebensleistung seiner Mutter

Sie hat dieses seltsame steife Rohr, in das sie ihren linken Fuß packte

Da die Physiotherapie eine der wesentlichen Säulen bei der Behandlung des Post-Polio-Syndroms ist, werden die Ergebnisse der Fallstudie „Manualtherapeutischen Massnahmen zur Durchblutungsförderung der unteren Extremitäten bei Poliospätfolgen“ auch viele Post-Polio-Patienten interessieren. Sie könnten die Arbeit sogar an ihre Physiotherapeuten weitergeben.

Der Autor in der Einleitung: „Meine Mutter leidet seit dem Jahr 1954 an den Folgen einer Polioinfektion. In diesem Jahr gab es in Österreich 835 Fälle von akuter Poliomyelitis mit tödlichem Ausgang der Infektionskrankheit in 103 Fällen [BMGF, 2006]. Früh hab ich begriffen, dass sich meine Mutter in manchen Dingen von anderen Müttern unterscheidet.“

Der Autor der Diplomarbeit weiter: „Sie hat dieses seltsame steife Rohr, in das sie ihren linken Fuß packte und zwei Stöcke ohne die sie das Haus nie verlässt. Kälte konnte sie noch nie ausstehen und oft lässt sie ihre Beine in einem Eimer warmen Wasser baumeln, als wäre es ein kühles Bächlein. Ich bin allein mit meiner Mutter und all ihren körperlichen Einschränkungen aufgewachsen und es gab keine Probleme; ihr Gang, ihr schiefes „Kreuz“, sie war einfach so wie ich sie von Anfang an kannte.

„Kälte konnte sie noch nie ausstehen“

Im Laufe meiner Ausbildung zum Physiotherapeut wurde mir erstmals bewusst, was ich all die Jahre zuvor beobachtet und „mitgelebt“ hatte. Ich sehe nun die Probleme meiner Mutter, die sie durch die Polioerkrankung hat und die ihr Leben erschweren. Grund genug endlich was zu tun und die Diplomarbeit bot den richtigen Rahmen dafür.“

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Ein Kommentar

  1. Hilal Onur sagt am 04.02.2017 um 19:30:

    Hallo,
    seit 1959 habe ich Polio. Durch einen Fernsehbericht wurde ich auf PPS aufmerksam gemacht und interessiere mich sehr über dieses Thema. Insbesondere darüber, wie man/frau sich schützen kann.

    Danke aus Ankara

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